| Unser großer Vorteil,
etwa im Gegensatz zu vielen Investmentfonds, ist, dass
wir nicht an bestimmte Märkte gebunden sind und auch
die Höhe des Cashbestandes ungebunden sind. Unsere
Investments suchen wir im Wesentlichen nach den folgenden
acht Kriterien aus:
1. Attraktive Bewertung
Bei der Auswahl der Einzelwerte analysieren wir die
Unternehmen nach quantitativen und qualitativen Kriterien.
Für das OLAC Gemeinschaftsdepot werden schwerpunktmäßig
Unternehmen ausgewählt, die über einen niedrigen
Börsenwert in Relation zu ihrem Eigenkapital und
über eine überdurchschnittliche Dividendenrendite
verfügen. Die Titel finden wir häufig in Deutschland
im Nebenwerte Bereich.
2. Zukunftsmärkte
Im Unterschied zu vielen anderen Aktienclubs versuchen
wir schon heute in die Märkte von morgen zu investieren,
anstatt auf bisher erfolgreiche, vermeintliche "Wachstumsaktien"
zu setzen. Rohstofftitel aus der Ukraine oder Telekommunikationswerte
aus Kazakhstan. Im OLAC Depot finden sich immer wieder
interessante Aktien aus noch kaum entdeckten Märkten
wieder.
3. Aufspaltungs-Phantasien
Wenn Pläne bekannt werden, dass Unternehmen größere
Teilbereiche ausgliedern wollen, welches in der Regel
durch Verkauf oder Börsengang erfolgt, berechnen
wir, ob unserer Meinung nach die einzelnen Bereiche
des Unternehmens die angemessene Bewertung des Unternehmens
wertmäßig übersteigen. Anfang 2006 etwa
plant Altana den Verkauf der Pharmasparte und den Börsengang
seiner Chemiesparte. Wir prüfen, ob wir bei der
Bewertung von Altana eine Unterbewertung ausmachen und
ob wir dem Wert überproportionale Kurschancen zutrauen.
4. Übernahme-Phantasien
Besonders im Blick haben wir auch Unternehmen, bei
denen wir die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme
für relativ hoch halten. Bereits seit Monaten halten
sich hartnäckig Gerüchte im Markt, dass Stada
von einem Wettbewerber übernommen werden könnte.
Wir behalten uns bei einer positiven Einschätzung
vor, den Anteil von Stada am Gesamtdepot zumindest kurzfristig
außerordentlich zu erhöhen.
5. Wandlung von Vorzugsaktien
Mittlerweile sind auch in Deutschland Vorzugsaktien
fast vollständig vom Markt verschwunden. Um die
Besitzer von Vorzugsaktien zum Umtausch in Stammaktien
zu bewegen, wird in der Regel ein sehr attraktives Umtauschangebot
gemacht, bei denen die Zuzahlung zur Wandlung in die
preislich höhere Aktiengattung oft deutlich geringer
ausfällt, als die Kursdifferenz an der Börse.
Zuletzt haben wir von diesen Überlegungen bei Fresenius
Medical Care stark profitiert.
6. Defensive Derivate
Grundsätzlich halten wir es für sinnvoll,
nicht in jeder Börsensituation vollständig
investiert zu sein. Der Verbleib der Barreserve auf
einem Geldmarktkonto oder ähnlichem erscheint uns
auch bei höheren Zinsniveaus meist unattraktiv.
Wir sind daher bestrebt, Kapital, welches wir nicht
zum Direktinvestment in Einzelaktien vorgesehen haben
und als Barreserve ansehen in tief im Geld liegende
Discountzertifikate, Optionsscheine oder sonstige Derivate
zu investieren, um mit dieser Position eine höhere
Rendite zu erwirtschaften als einer vergleichbaren Festgeldrendite.
7. Attraktive Optionsscheine
In der Vergangenheit besorgten sich Unternehmen oft
Eigenkapital durch die Emission von Optionsanleihen,
welche eine Kombination aus Anleihe und beigefügten
Optionsscheinen darstellten. Die Optionsscheine wurden
in der Regel abgetrennt und waren separat an der Börse
handelbar. Der Preis dieser Optionsscheine ergab sich
ausschließlich aus Angebot und Nachfrage. Leider
sind solche Optiosscheine derzeit ziemlich rar. Der
bekannteste dürfte wohl der Stada-Langläufer
mit Laufzeit Juni 2015 sein. Den derzeit sehr beliebten
Knock-out-Optionsscheinen stehen wir kritisch gegenüber.
Im Gegesatz zu Optionsscheinen mit extrem langer Laufzeit
und einem entsprechenden Zeitwert, erscheinen uns extrem
spekulative Optionsscheine als zu risikoreich.
8. Integration von Spezialfonds
In einigen Auslandsmärkten ist es bisher aufgrund
mangelnder Liquidität äußerst schwierig,
Positionen per Direktinvestition aufzubauen. Besonders
problematisch stellt sich die Situation in einigen Ländern
Osteuropas dar, in denen das Börsenwesen noch sehr
unterentwickelt ist. In der Vergangenheit hat es sich
jedoch gezeigt, dass gerade die Aktien an solchen Börsen
durchweg attraktiv bewertet waren. In der Regel wurde
die Unterbewertung dieser Titel dann abgebaut, wenn
größere Investoren anfingen, auf diese Märkte
aufmerksam zu werden und zu investieren. Im Moment ist
diese Situation in Moldawien, Weissrussland und Georgien
besonders anzutreffen. Da wir auch an solchen Chancen
partizipieren möchten, behalten wir uns vor, einen
Teil des Clubvermögens in Spezialfonds zu investieren,
wenn diese in der Lage sind leichter und letztendlich
auch kostengünstiger an Aktien in der jeweiligen
Region heranzukommen.
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